Simon Rösner

Simon Rösner

Simon Rösner

Dürfen wir Sie um ein Interview bitten, so wie wir es mit allen Ihren Vorgängern, seit es die squash-time gibt, gemacht haben? Sie sind erstmals Einzelmeister geworden und gehören nun mit 19 Jahren schon zu den Großen dieses Sports ...

Dankeschön!

Als der Matchball im Finale gespielt war, was war Ihr erster Gedanke?

Erst mal war ich erleichtert. Ich war ja Titelfavorit, zumindest hat das die Presse geschrieben. Das setzt einen schon unter Druck! Ich war froh, als dieser Druck abgefallen war. Und dann habe ich realisiert: Dieser Titel ist was ganz besonderes!

Hat der Druck vielleicht gar genützt?

Normalerweise spiele ich besser, wenn ich unter Druck stehe, weil ich unter Druck konzentrierter spiele. Aber in der Vorbereitung kann Druck auch nervös machen.

Ihre Vorbereitung auf die Deutschen Einzelmeisterschaften 2007 mit vielen Reisen und einigen Turnierteilnahmen in Übersee erschien uns schon etwas mutig ...

Das war nicht gerade eine perfekte Vorbereitung. Ich war Anfang Januar in Toronto in Ostkanada, bin dann zum Bundesliga-Wochenende mit dem wichtigen Spiel in Stuttgart, bei dem ich unbedingt dabei sein wollte, zurückgeflogen und dann wieder nach Vancouver ganz im Westen Kanadas. Und von dort, einem meiner Lieblingsorte, wie ich schon vor einiger Zeit in der squash-time berichten durfte, wieder fast direkt nach Mülheim ...

Sie sind also nicht nur Squash-Profi, wofür Sie sich ja entschieden haben, sondern auch Reise-Profi?

Ja, ich habe mich inzwischen ganz gut an die Fliegerei gewöhnt – ich habe herausbekommen, wie ich das machen muss, dass ich mich schnell wieder fit fühle.

Welchen Stellenwert hat der Titel für Sie?

Dieser Titel zählt sehr viel. Vor allem in Deutschland: Wenn man irgendwo hinkommt und wenn man dann vorgestellt wird, heißt’s gleich, ‘hier kommt der Deutsche Meister’! Das hat also einen relativ hohen Stellenwert. Da stört es nicht, dass der Titel im Ausland nicht wirklich zählt ...

Wie beurteilen Sie Ihre einstige Entscheidung, Profi zu werden, nach dem Triumph von Mülheim?

Die Entscheidung war richtig und ich hoffe, dass ich diesen Weg weitergehen kann. Ich war letztes Jahr Jugend-Europameister, bin nun Deutscher Einzelmeister und Nummer 1 der Rangliste, bin um die Position 60 in der Weltrangliste, was auch schon lange kein Deutscher mehr geschafft hat – es läuft alles, wie ich es mir vorgestellt habe. Und dass es am Anfang ein wenig gedauert hat, ist doch normal. Man kann nicht davon ausgehen, dass man gleich nach der Schule in drei oder vier Monaten den großen Sprung schafft.

Die Zukunft kann also kommen?

Genau! Ich habe den Sprung ins Profi-Leben vollzogen und ich denke nicht ans Ändern!

Kathrin Rohrmüller und Sie, Sie beide sind zwei in Bayern aufgewachsene Meister, die inzwischen in der Fremde leben. Muss ein junger Bayer erst ins “deutsche Ausland” gehen, um Meister zu werden?

Gute Frage ... Würzburg hat irgendwann nicht mehr gereicht; in Paderborn, wo ich jetzt schon mehr als eineinhalb Jahre bin, waren die Spielpartner und ein starkes Teams da, damit die Trainings- und Entwicklungsbedingungen besser. Ob ich Meister geworden wäre, wenn ich in Würzburg geblieben wäre, weiß ich nicht. Als Würzburger bin ich übrigens Franke; und in sportlicher Hinsicht Nordrhein-Westfale ...

Ende Januar 2007 schrieb Simon Rösner ein neues Kapitel in seiner Erfolgsbiografie: In Mülheim an der Ruhr wurde der 19-Jährige vom Paderborner SC erstmals Deutscher Einzelmeister, bekam dafür neben Anerkennung auch Küsschen. Und freute sich.

Ende Januar 2007 schrieb Simon Rösner ein neues Kapitel in seiner Erfolgsbiografie: In Mülheim an der Ruhr wurde der 19-Jährige vom Paderborner SC erstmals Deutscher Einzelmeister, bekam dafür neben Anerkennung auch Küsschen. Und freute sich.