Rösner kommt an Willstrop nicht vorbei!

Die Überschrift der News ist durchaus in mehrerer Hinsicht für die Begegnung von Simon Rösner (WRL 16) und dem Engländer James Willstrop (WRL 3) zutreffend: Zum einen unterlag der Deutsche im letzten Gruppenspiel der World Series Finals dem Engländer in zwei Sätzen.

Zum anderen kam Rösner im wahrsten Sinne des Wortes an Willstrop nicht vorbei, weil dieser – wenngleich sehr geschickt und für die vier englischen Schiedsrichter nicht ersichtlich – zumeist den direkten Weg zum Ball nur zögerlich und unzureichend freigab.

Auf der anderen Seite versuchte Willstrop selbst selten alles mögliche, um an Rösners Bälle zu kommen und lies sich in den Gegner fallen oder streckte nur die lange Arme aus – das Ergebnis war zumeist eine Let-Situation, die Willstrop zugute kam. Dass der Engländer sehr präzise spielte und jeden ungenauen Ball von Rösner bestrafte, steht außer Frage. Doch in Frage steht, mit welchen Mittel er dies teilweise tat und warum die Schiedsrichter dies einfach nicht erkennen oder gar erkennen wollen.

Der Verdacht liegt nahe, dass vier Engländer (drei Schiedsrichter und ein Video-Schiedsrichter) ihren Landsmann bewusst oder unbewusst bevorteilen. Ob dies in den Halbfinalspielen ebenso sein wird, muss sich zeigen, denn hier stehen mit Nick Matthew gegen Greg Gaultier und James Willstrop gegen Amr Shabana erneut zwei Engländer im Londoner Queen’s Club auf dem ASB-Show-Court.

Eigentlich dürften die Schiedsrichterleistungen nicht auf Grundlage der Nationalität zu beurteilen sein. Ob in London vier Briten, die inmitten eines zumeist britischem Publikum sitzen, in der Lage sind, unparteiische Entscheidungen zu treffen, möge jeder Squash-Fan einmal für sich selbst beurteilen.

Die weiteren drei Gruppenspiele zwischen Greg Gaultier und Karim Darwish (Gruppe B), Nick Matthew gegen Peter Barker und Amr Shabana gegen Mohamed El Shorbagy (beide Gruppe A) glichen mehr Showkämpen, weil die Halbfinalisten bereits vorher feststanden – dennoch boten alle Matches Top-Squash und höchsten Unterhaltungswert.

Dies galt auch bei den vier Damen-Matches, bei denen sich am Ende die Engländerin Laura Massaro und Jenny Duncalf sowie die Titelverteidigerin Nicol David (MAS) und Camille Serme (FRA) für die Halbfinalbegegnungen qualifizierten.

Die Halbfinale werden weiterhin im “Best-of-three-Modus” ausgetragen, nur die Finale gehen über die normale Distanz von drei Gewinnsätzen (Match-Bilanz in Klammern):

[1] James Willstrop (ENG) v [5] Amr Shabana (EGY) – (13:18)
[2] Nick Matthew (ENG) v [3] Gregory Gaultier (FRA) – (13:14)

[3] Laura Massaro (ENG) v [6] Jenny Duncalf (ENG) – (6:13)
[1] Nicol David (MAS) v [7] Camille Serme (FRA) – (7:0)

Weitere Informationen und kommentierte Spielbilder finden Sie im squashnet-Special zu den World Series-Finals.

2 Comments

  1. NickSquash
    Jan 05, 2013 @ 20:56:38

    Der Kommentar ist schlicht Unfug. Willstrop war einfach der klar bessere Spieler. Das auf die Schiedsrichter schieben zu wollen, ist nicht der richtige Stil.

  2. squashnet.de
    Jan 05, 2013 @ 22:01:55

    @NickSquash, vielen Dank für den Kommentar. Es steht nirgends im Bericht geschrieben, dass Rösner wegen der Schiedsrichter verloren hat. Es wird der Fakt aufgezählt, dass vier britische Schiedsrichter ein Spiel leiten, indem ein Engländer spielt und dies wird in Frage gestellt. Nach unseren Recherchen gibt es keine andere Sportart in der Welt in der dies passiert.