Crouin und Gilis erneut Europameister!
Victor Crouin (FRA, WRL 6) und Tinne Gilis (BEL, WRL 9) haben bei den European Individual Closed Championships in Budapest ihre Titel erfolgreich verteidigt. Beide gewannen ihre Finals ohne Satzverlust und sicherten sich damit jeweils zum vierten Mal den EM-Titel. Die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer blieben am Ende allesamt hinter den Erwartungen zurück.
Crouin mit viertem Titel in Folge
Crouin bezwang den Schweizer Dimitri Steinmann (WRL 20) im Finale der Männer mit 11:2, 11:7 und 12:10. Für den 26-Jährigen ist es der vierte EM-Triumph in Serie. Nach einem klaren ersten Satz steigerte sich Steinmann, doch Crouin blieb auch in den entscheidenden Phasen des dritten Durchgangs souverän.

Der Weg ins Finale war für den Franzosen allerdings hart. Im Viertelfinale drehte er gegen Mohamed ElSherbini (SLO, WRL 51) einen 0:2-Satzrückstand, im Halbfinale setzte er sich nach verlorenem Auftaktsatz gegen Bernat Jaume (ESP, WRL 36) durch.
„Es ist großartig, vier Titel zu haben, aber hoffentlich kann ich nächstes Jahr den fünften gewinnen“, sagte Crouin mit Blick auf die kommenden European Games und die Olympia-Qualifikation.
Tinne Gilis schlägt erneut ihre Schwester
Bei den Frauen setzte sich Tinne Gilis gegen ihre ältere Schwester Nele Gilis-Coll (BEL, WRL 11) mit 12:10, 11:7 und 14:12 durch. Damit gewann Tinne bereits zum dritten Mal ein EM-Finale gegen ihre Schwester.

Nele führte im dritten Satz mit 9:5 und hatte mehrere Satzbälle, doch Tinne kämpfte sich zurück und verwandelte ihren ersten Matchball mit einem sehenswerten Backhand-Volley-Drop. Beide Schwestern hatten bis zum Finale keinen Satz abgegeben.
„Es ist immer das schwierigste Match für mich, gegen meine Schwester zu spielen, aber für die ganze Familie ist es etwas Besonderes“, sagte Tinne.
Perez holt Bronze
Im Männerfeld sicherte sich Ivan Perez (ESP. WRL 39) seine erste EM-Medaille. Der Spanier gewann das 78-minütige Duell um Bronze gegen seinen Landsmann Bernat Jaume (ESP, WRL 36) mit 6:11, 11:7, 11:5, 6:11 und 12:10. Bei den Frauen ging Bronze kampflos an die Ukrainerin Alina Bushma (WRL 48).
“Durchwachsenes” Abschneiden der Deutschen
Die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer blieben bei der Einzel-Europameisterschaft in Budapest hinter den Erwartungen zurück. Beste Deutsche waren Maya Weishar auf Rang 14 bei den Damen und Raphael Kandra auf Platz 11 bei den Herren. Auch Valentin Rapp (29.) und Saskia Beinhard (15.) verpassten bessere Platzierungen.

Bundestrainer Simon Rösner sprach daher von einem „durchwachsenen“ Turnier und sieht Handlungsbedarf, damit Deutschland im europäischen Vergleich wieder konkurrenzfähiger wird.
Die Europameisterschaften 2027 finden im Rahmen der European Games in Istanbul statt und sind zugleich ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Olympia-Qualifikation für LA28.
