Cameron Pilley

Cameron Pilley (SquashColombia Open 2016)

Cameron Pilley

Hallo Cameron, könntest Du Dich bitte den squashnet.de-Lesern kurz vorstellen. Du hast keinen Spitznamen, den Dir Joey Barrington von PSA SquashTV gegeben hat, oder?

Hallo zusammen, ich bin Cameron Pilley aus Australien (siehe: www.cameronpilley.com). Bin die Nummer eins in Australien und Nummer 14 der Weltrangliste. Mein PSA-Spitzname ist Pistol-Pilley, aber der gefällt mir nicht so... Ich mag lieber Yamba-Mamba (Mein Heimatort in Australien heißt Yamba)!

Die deutschen Squash-Fans kennen Dich aus der Bundesliga. Zur Zeit spielst Du für Frankfurt, davor für Hamburg, Bremen und Taufkirchen, stimmt's?

Ja genau, ich habe über die letzten Jahre für ein paar verschiedene Teams gespielt. Ich würde gern öfters für Frankfurt spielen, sie holen mich aber so selten!!

Du spielst in den Ligen verschiedener Länder, was kannst Du über die Bundesliga sagen?

Ja das stimmt. Die Bundesliga ist eine sehr stark besetzte Liga, und die meisten Spieler in der World Tour kennen sie. Sie ist gut, weil es eine gute Mischung an deutschen- und internationalen Spielern gibt.

Du bist seit dem Jahre 2001 Profi in der PSA. Was waren Deine größten Erfolge bisher?

Ich habe 13 PSA-Titel gewonnen. Aber mein größter Erfolg waren die Hong Kong Open, im vergangenen Dezember. Da habe ich mein erstes Finale eines World Series Turniers erreicht (höchste Turnierkategorie in der PSA). Leider verlor ich gegen Mohamed Elshorbagy (EGY, WRL 1) und wurde Zweiter.

In Hongkong hast Du unglaublich gut gespielt. Du hast Simon Rösner (WRL 7), Greg Gaultier (FRA, WRL 2) und Nick Matthew (ENG, WRL 3) nacheinander besiegt. Was war geschehen?

Ja, in Hongkong hab ich nicht schlecht gespielt. Ich hatte ein paar Dinge verändert. Aber viel davon ist mental begründet. Ich habe ein paar Dinge im mentalen Bereich geändert, meine innere Einstellung betreffend, das hatte riesige Auswirkungen! Beispielsweise eignete ich mir eine positivere Grundhaltung an. Das gab mir mehr Selbstvertrauen, in mein Spiel und meine Fähigkeiten. Die Auswirkungen waren in Hongkong zu sehen. Die verschiedenen Ratschläge meiner Coaches der vergangenen Jahre führten dazu, dass mein Kopf davon ziemlich überladen war. Also entschied ich mich für die Spielweise, die ich spielen will und nicht weil ein Coach mir sagte: „so hast Du zu spielen“. Jetzt bin ich zuversichtlich das Richtige zu tun. Dadurch, dass ich nun seit 15 Jahren auf der Tour gespielt habe, denke ich jetzt ein wenig Ahnung vom Squash-Spielen zu haben.

Dein Ziel muss es sein in die Top Ten zu kommen, nicht wahr?

Ja das ist mein Ziel, aber ich verfolge es Schritt für Schritt. Ich versuche nie das gesamte Turnier zu betrachten, sondern denke immer Match für Match, Ballwechsel für Ballwechsel und hoffentlich regelt es sich dann von selbst.

Fünf Spieler der Top Ten sind Ägypter. Hast Du eine Erlärung dafür?

Zur Zeit sind die Ägypter wirklich sehr stark. Meiner Meinung nach geht aber alles in Zyklen. Vor vielen Jahren waren fünf Aussies unter den besten Zehn, vor ein paar Jahren waren es mehrere Engländer. Ich bin mir sicher, dass in den kommenden Jahren wieder eine andere Nation oben sein wird.

Wo trainierst Du zur Zeit und mit wem?

Ich lebe in Den Haag (Niederlande) und ich trainiere da mit Steve Finitsis (AUS, WRL 75), Paul Coll (NZL, WRL 40), LJ Anjema (NED, WRL 41), Piedro Schweertman (NED, WRL 70), Seb Weenink (NED, WRL 102). Es gibt ein paar gute Spieler da.

Du hast vorz kurzem Line Hansen (DEN, WRL 25) geheiratet. Ist es ein Vorteil, dass ihr beide Squash-Profis seid?

Wir haben letzten Sommer geheiratet und es ist nach wie vor großartig! Wir leben gemeinsam in Den Haag und trainieren auch ein wenig zusammen. Es hat Vor- und Nachteile mit einem Squash-Profi verheiratet zu sein. Gut ist es, weil wir beide wissen, wie man sich nach einem harten Turnier oder nach einem Trainingstag fühlt. Jeder weiß, was der andere durchmacht. Manchmal ist es aber nachteilig, wenn es nichts anderes als Squash in unseren Leben gibt. Aber ich denke wir machen es gut und schaffen es ein gutes Gleichgewicht zu halten.

Ist sie der Grund dafür, dass Du in den letzten Monaten so gut gespielt hast?

Das werde ich gerade von vielen gefragt – ja, sie ist der Grund dafür! Ich denke es ist wichtig eine gute Mischung aus Squash und und anderen Dingen im Leben zu haben.

Vielen Dank für das Interview Cameron, alles Gute in und außerhalb des Courts!

Ich danke auch für das Interview!

Alexander Lukasch führte das Interview mit Cameron Pilley für squashnet.de