Raphael Kandra

Sina und Raphael Kandra (Deutsche Einzelmeisterschaften 2018, Hamburg)

Raphael Kandra

squashnet.de: Hallo Raphael Kandra, zuerst einmal: Herzlichen Glückwunsch! Du hast vergangenen Sonntag zum ersten Mal die Deutsche Einzelmeisterschaft (DEM) gewonnen. Wie war es aus Deiner Sicht?

Raphael Kandra: Danke! Ich war erstmals Favorit bei der DEM, nachdem Simon (Rösner) nicht mitgespielt hat. Dass Jens (Schoor) wegen Krankheit auch nicht mitspielte, hat mich dann doch überrascht.

squashnet.de: Also hattest Du keine Gegner?

Raphael Kandra: Na ja, ganz so einfach war es nicht. Ich musste schon trotzdem konzentriert und gut spielen, um zum Ziel zu kommen. Im Finale hatte ich zum Beispiel mit 2:0 nach Sätzen und im dritten Satz deutlich geführt, als Valentin (Rapp) dann nochmal zurückgekommen ist und den Satz gewonnen hat. Ich hatte das Gefühl, dass es vielleicht erst zu einfach war, das machte es dann schwierig. Da die Konzentration hoch zu halten, ist nicht ganz einfach.

squashnet.de: Wie war die Veranstaltung insgesamt?

Raphael Kandra: Es war eine super Veranstaltung. Besonders gut hat mir die Siegerehrung gefallen, mit der Pyrotechnik und der Sängerin, die die Hymne gesungen hat. Ich hatte nur den Eindruck, dass im Finale weniger Zuschauer da waren, als letztes Mal, es war nicht ganz so voll.

squashnet.de: Was sagst Du zu den Schiedsrichter-Leistungen?

Raphael Kandra: Es gibt eigentlich fast immer und überall diskussionswürdige Entscheidungen, es liegt aber an uns Spielern, trotzdem ruhig zu bleiben und sich nicht davon ‘rausbringen zu lassen. Für mich persönlich gab es aber gar keinen Anlass dazu.

squashnet.de: Was war mit Sina?

Raphael Kandra: Sie hat gegen Franziska (Hennes) mit 2:3-Sätzen knapp verloren. Die beiden kennen sich so gut und sind so nah beieinander. Sie hat einfach knapp verloren. Ich hatte aber den Eindruck, dass es nicht, wie im vergangenen Jahr, eine Sache der Nerven war.

squashnet.de: Du sagtest vor einiger Zeit, Du willst bald unter die besten 30 in der PSA-Weltrangliste kommen. Das war im Jahr 2016, warum bist Du immer noch an Position 42?

Raphael Kandra: Wie ich Dir bereits in Qatar sagte, ist es einfach echt schwieriger geworden. Ich habe einen besseren Punkte-Durchschnitt als vor zwei Jahren, bin aber nicht weiter vorn. Es gibt zum einen eine höhere Dichte an der Spitze, zum anderen kommen immer wieder neue Spieler nach. Allerdings stehen ja jetzt ein paar Rücktritte großer Namen bevor, dann gibt es wieder mehr Platz nach vorne.

squashnet.de: Du hast Dich dieses Jahr für die DEM und gegen eine Teilnahme bei den Windy City Open (Chicago, PSA-WS) entschieden?

Raphael Kandra: Ja, das war absolut die richtige Entscheidung! Ich hätte am Dienstag schon die erste Qualifikationsrunde spielen und davor noch die Anreise bewältigen müssen. Letztes Jahr war es genauso knapp und da hatte ich mir im ersten Match gegen Nathan Lake (ENG, WRL 53) einen Hexenschuss geholt.

squashnet.de: Also kannst Du auch Simons Entscheidung nachvollziehen?

Raphael Kandra: Absolut. Er hat auch alles richtig gemacht.

squashnet.de: Wo spielst Du als nächstes?

Raphael Kandra: Kommendes Wochenende ist erstmal Bundesliga. Danach werde ich in Montreal ein 25k-Turnier spielen (Anmerkung der Redaktion: mit 25.000 US Dollar dotiert, PSA M25). Dann den Grasshopper Cup (Zürich, PSA M100). Dann Wimbledon (London, PSA M35) und anschließend Macau (China, PSA M50). Volles Programm also…

squashnet.de: Ich danke Dir für das Interview und wünsche Dir alles Gute, Raphi!

Raphael Kandra: Gern geschehen, danke Alex.

Alexander Lukasch führte das Telefon-Interview für squashnet.de

Alexander Lukasch führte das Telefon-Interview für squashnet.de