Raphael Kandra

Raphael Kandra (British Open 2016)

Raphael Kandra

Hallo Raphael, geht’s Dir gut?

Hi Alex! Alles top, danke!

Die squashnet.de-Leser kennen Dich größtenteils, stellst Du Dich bitte dennoch kurz vor!

Natürlich: 25 Jahre alt, Sportsoldat, gebürtiger Franke und wohnhaft in Paderborn. Ich bin seit dem Jahr 2009 auf der Tour und versuche mich gegen die derzeit große Konkurrenz durchzusetzen.

Du bist eben mit dem Paderborner SC zum wievielten Mal Deutscher Mannschaftsmeister geworden – zum 100. Mal?

Nicht ganz, nimm eine Null weg und lege 2 drauf, dann stimmt es wieder. Paderborn zum 12. Mal - zum dritten Mal für mich persönlich. (in den Jahren 2014, 2015 und 2016).

In der PSA-Weltrangliste bist Du derzeit an Position 46. Was sind Deine Ziele und wie willst Du sie erreichen - mehr kleinere Turniere spielen, oder den wohl schwereren Weg über die Qualifikation bei den größeren World-Series-Turnieren gehen?

Ich möchte nach wie vor zur Top 30 der PSA Weltrangliste gehören und langfristig sogar zur Top 10! Ich habe dieses Jahr einen guten Mix aus World-Series-Events und kleineren Turnieren gewählt, jedoch leider nicht so performt, wie ich es mir vorgestellt hatte. Dennoch ist es wichtig auch bei den "ganz" Großen mitzumischen! Ich habe mich 2016 drei Mal fürs Hauptfeld eines World-Series-Events qualifiziert, was ein großer Schritt in die richtige Richtung war!

Du bist schon länger mit Sina Wall liiert. Es ist wohl ein Vorteil, wenn beide leistungsbezogen Squash spielen?

Ja - es hat viele Vorteile! Bis jetzt konnten wir sehr viel voneinander profitieren. Sei es beruflich oder privat! Wir harmonieren gut miteinander, genießen aber auch mal die Zeit alleine, wenn der andere auf Turnieren unterwegs ist (-;

Du warst in den letzten Jahren ein Wenig im Schatten von Simon Rösner – täuscht der Eindruck?

Ich bin mir nicht ganz sicher, welche Antwort du hören möchtest, aber klar: Simon ist derzeit die absolute Nummer 1 im Deutschen Squash, das ist Fakt! Wir trainieren täglich miteinander und sind auch privat gut befreundet. Ich konnte in den letzten Jahren auch viel von ihm profitieren. Deshalb gönne ich ihm auch seinen Erfolg, den er sich hart erarbeitet hat. Mittlerweile trainiere ich mindestens genauso hart wie er, um meine Ziele zu erreichen.

Wo hast Du das Squashspielen gelernt, wer waren Deine Trainer?

Meine Eltern hatten früher eine eigene Squashanlage in Forchheim gepachtet und ich bin somit quasi im Squashcourt aufgewachsen. Ganz am Anfang hat mich mein Vater Robert trainiert. Anschließend habe ich viel von meinem Bruder David gelernt und fing mit 10 Jahren an, Trainerstunden bei Hernan Duhart im Erlanger Sportland zu nehmen. (Zu diesem Zeitpunkt hatten meine Eltern die Squashanlage nicht mehr). Mit 20 bin ich dann mit Sina nach Essen gezogen, um mit Bundestrainer Oliver Pettke zu trainieren. Zwei Jahre später ging dann der Weg nach Paderborn. Dort trainiere ich bis heute mit Tomi Niinimäki und seit Neuestem auch Ronny Vlassaks.

Wer von den heutigen und einstigen Squashern hat Dich am meisten inspiriert?

Als ich angefangen habe in Erlangen Squash zu spielen, hatte ich die Möglichkeit unseren damaligen Profi, Phil Whitlock zuzuschauen. Es war für mich ein Rätsel mit welcher Präzision und Genauigkeit er seine Gegner in alle Ecken des Courts schickte! Naja, ein paar Jahre später, als ich das Spiel besser verstand, waren dann Amr Shabana und Ramy Ashour die größten Idole für mich. So ist es bis heute geblieben, wobei ich das Spiel von Greg Gaultier am interessantesten finde und versuche deshalb auch viele Aspekte von ihm mit in mein Spiel zu nehmen!

Die PSA-World-Tour wird von ägyptischen Spielern dominiert. Hast du eine Erklärung dafür?

Ich denke die Antwort ist relativ einfach! In Ägypten gibt es eine große Anzahl von Spielern, die von klein auf einer extrem schwierigen Konkurrenz ausgesetzt werden. Die wenigen Junioren, welche in Europa auf British Junior Open etc. zum Einsatz kommen, sind nur die Besten der Besten. Darüber hinaus gibt es noch einige mehr, die vom Spielniveau gut genug wären, um zu den besten 16 in der Welt zu gehören.

Alexander Lukasch führte das Gespräch für squashnet.de