Steve Buchli

Steve Buchli (Grashopper Cup, Zürich)

Steve Buchli

squashnet.de: Hallo Herr Buchli, schön dass Sie uns Gelegenheit geben ihnen im squashnet.de-Interview ein paar Fragen zu stellen. Der Grasshopper Cup 2018 (GC-Cup) in Zürich steht bevor. Ihr Name steht für das internationale Weltranglisten-Turnier. Wie kam es dazu?

Steve Buchli: Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums des Grasshopper Clubs im Jahre 2011, bei einem Bier, stellte mir ein Kollege die Frage nach allfällig verbleibenden Zielen in Leben („Bucket List“). Als ich dann spontan die Wiederauferstehung des legendären Grasshopper Cups als internationales Topturnier der Squashszene nannte, meinte er nur, warum ich das denn nicht einfach anpacke und umsetze. Schon bald waren die ersten Take-off Sitzungen geplant und mit Mark Meyer und Michi Bär zwei tatkräftige Mitstreiter gefunden.

squashnet.de: Der GC- Cup hat eine bis ins Jahr 1979 zurück reichende Tradition. Sie und ihr Team sind seit dem Jahre 2012 für dessen Ausrichtung verantwortlich. Wie hat sich das Turnier aus ihrer Sicht seither entwickelt?

Steve Buchli: Wir wollten und sind jedes Jahr gewachsen, von einem 25.000 US Dollar-Turnier im Grasshopper Club selber bis hin zu einem 100.000 US Dollar-Turnier mit Glas Court in einer großen Eventhalle in Zürich. Diese mitreißende Entwicklung war schön zu erleben und zeigt, dass ein Markt für einen solchen Weltklasse-Anlass im Squashsport vorhanden ist.

squashnet.de: In diesem Jahr sind mit dem aktuellen Weltranglistenersten Greg Gaultier (FRA), dem aktuellen PSA World Champion Mohamed Elshorbagy (EGY, WRL 2), den Racket-Künstlern Karim Abdel Gawad (EGY, WRL 5) und Ramy Ashour (EGY, WRL 11) und nicht zuletzt dem ToC-Champion Simon Rösner (WRL 6) illustre Namen in Zürich am Start. Wohin soll die Reise gehen, wird der GC-Cup bald ein Turnier der PSA World Series sein?

Steve Buchli: Das hängt von einigen Faktoren ab und ist aktuell nicht unser erklärtes Ziel. Wir möchten vielmehr primär das Turnier mit den meisten Zuschauern sein, mit der besten Atmosphäre - ein einmaliges Erlebnis für alle Besucher und die Spieler selber. Wir finden, dass unser Sport einen solchen Event im Herzen von Europa verdient hat!

squashnet.de: Sie spielen selbst Squash?

Steve Buchli: Ja, wobei ich erst spät, während des Studiums, zum ersten Mal einen Squashschläger in der Hand gehalten habe. Aber in den Folgejahren hat sich dann eine Passion daraus entwickelt, die bis heute anhält.

squashnet.de: Die Sportart Squash wurde vom früheren Schweizer Eishockey-Nationalspieler Dino Kessler in dessen Kolumne im „Blick“ wenig verständnisvoll dargestellt. Fußball-Europameister Marco van Basten sprang als Fürsprecher ein – wie kam es dazu?

Steve Buchli: Marco von Basten ist ein begeisterter Squashspieler und Mitglied bei uns im Club. Als wir von der völlig unqualifizierten Kritik (siehe: „Vom «Blick» beleidigt, vom Fussball-Europameister gefeiert“) des betreffenden Boulevard Journalisten hörten, sprang uns der ehemalige Weltfußballer des Jahres spontan bei und legte aus seiner professionellen Sicht über die herausragenden physischen Leistungen von Squashspielern im Vergleich zu anderen Sportarten dar.

squashnet.de: Wie ist der Squash-Sport in der Schweiz im Freizeit-, Club-/Liga-Spieler- und Profi-Bereich aufgestellt. Es arbeiten bekannte Squash-Größen wie beispielsweise Florian Pößl oder John Williams in der Schweiz. Was ist deren Motivation dafür?

Steve Buchli: Der Squashsport hat nach seinem Höhepunkt in den 80er und 90er Jahren in der Folge auch in der Schweiz an Ausstrahlung verloren, aber in den vergangenen Jahren wieder an Boden gewonnen. Gewisse Clubs und Regionen, gerade auch wo die bekannten Squash-Größen wie Florian Pößl arbeitet, leisten hervorragende Arbeit, gerade auch im Juniorenbereich. Das lässt uns hoffen, ebenso wie auch ein allfälliger Durchbruch von unserem Nici Müller an der Weltspitze oder weitere sehr gute Resultate anderer, jüngeren Spieler wie Dimitri Steinmann.

squashnet.de: Auf internationaler Ebene sieht man verheißungsvolle schweizerische Junioren und junge PSA-Profis. Was macht der Schweizer Verband richtig?

Steve Buchli: Swiss Squash hat in den vergangenen Jahren seine Arbeit im Juniorenbereich intensiviert und sich auf den Aufbau von jungen Spielern fokussiert. Wir begrüßen diese Entwicklung und versuchen sie auch z.B. mit der Vergabe von Local Spots und der Wildcard am Grasshopper Cup entsprechend zu honorieren.

squashnet.de: Haben Sie eine Idee, wie man deutsche Turnierveranstalter animieren kann ein PSA-Turnier auszurichten?

Steve Buchli: Da bin ich etwas überfragt. Aber mit Simon Rösner hat der deutsche Squashsport ein hervorragendes Aushängeschild und meines Erachtens somit viele Möglichkeiten, eine hohe mediale Aufmerksamkeit und damit auch potentielle Sponsoren zu erreichen.

squashnet.de: Was wollen Sie den squashnet.de-Lesern noch mitteilen?

Steve Buchli: Wir würden uns sehr freuen, möglichst viele deutsche Squash-Fans vom 14.-18. März 2018 hier in Zürich am Grasshopper Cup begrüßen zu dürfen. Simon Rösner ist in Form, alles ist möglich und Tickets gibt es unter: www.gc-cup.com

squashnet.de: Herr Buchli, ich bedanke mit im Namen der squashnet.de-Redaktion vielmals für das interessante Gespräch!

Steve Buchli: Sehr gerne geschehen.

Alexander Lukasch führte für squashnet.de das E-Mail-Interview mit Steve Buchli

 

Die Macher des Grasshopper Cups: Mark Meyer (li) und  Steve Buchli (re) 

 

Die Macher des Grasshopper Cups: Mark Meyer (li) und  Steve Buchli (re)