Astrid Reimer-Kern wird Senioren-Europameisterin Ü35!
Die Masters Europameisterschaften 2025 (27. bis 30. August im polnischen Wroclaw) sind aus deutscher Sicht recht erfolgreich verlaufen: Astrid Reimer-Kern (Ü35, Paderborner SC) holt überlegen den EM-Titel, Heiko Schwarzer (Ü45, 1. Bremer SC), Predi Fritsche (Ü55, KAIFU Ritter Hamburg) und Robert Keilmann (Ü80, RSC München) gewinnen Silber. Die beiden Bronze-Medailen von Nicole Seils (Ü40, SC Monopol Frankfurt) und Melanie Kreisel (Ü50, 1. SC Karlsruhe) runden die positiven Resultate ab.
Astrid Reimer-Kern erstmalig Europameisterin!
“Der erste Europameistertitel auf der europäischen Masterstour ist etwas ganz Besonderes für mich”, sagte die neue Senioren-Europameisterin Astrid Reimer-Kern nach dem letzten ihrer sechs Spiele, die sie alle ohne Satzverlust gewann. Dass sie an diesem Sieg gefallen gefunden hat, scheint klar zu sein und fügt an: “Ich hoffe, dass ich noch an vielen EM und WM bei den Masters teilnehmen kann”.
Heiko Schwarzer, Robert Keilmann und Predi Fritsche holen zweite Plätze!
Dass Heiko Schwarzer Senioren-EM kann, hat er bereits 2017 gezeigt, als er den Titel in der Alterklasse Ü35 gewann. Diesmal wurde es “nur” Platz zwei, denn er musste sich dem den topgesetzten Engländer James Bowden in fünf Sätzen geschlagen geben. “Ich bin selbst daran schuld, ich habe im fünften Satz meine 6:2-Führung leider verspielt und im Tiebreak hatte James das bessere Ende für sich”, konstatierte ein dennoch zufrieden klingender Schwarzer.
Dass man mit über 80 Jahren in einer Sportart, bei der viele Ärzte ob zurecht oder zu unrecht behaupten “sie sei zu anstrengend im Alter”, erfolgreich sein kann, bewies in Polen Robert Keilmann eindrucksvoll. Drei Gruppen-Matches sowie ein Halbfinale brachte Keilmann mit bravour und siegreich hinter sich. Nur im Finale musste er sich dem Engländer Christ Ansell in drei Sätzen beugen – aber Lohn der ganzen Mühen die Silber-Medaille.
Der dritte Vize-Titel, der von Senioren-Weltmeister Predi Fritsche, ging leider etwas unschön zu Ende. Im traditionell größten Feld, der Kategorie Ü55, hatte Fritsche in den ersten Spielen wenig Probleme. Auch noch gut überstand er den “Doppel-Match-Freitag”, bei dem er das Viertelfinale 3:0 und das Halbfinale 3:2 (gegen den starken Spanier Jesus Souto) gewann.
Dann kam es zum Eklat: Die Turnierleitung hatte das Finale am darauffolgenden Samstag um 10.30 Uhr angesetzt, obwohl Fritsche zum einen, eines der letzten Spiele am Vortag hatte und zum anderen, es waren weitere Platzierungsspiele dieser Altersklasse nach dem Finale angesetzt, was eigentlich in jedem Sport eher ungewöhnlich ist. Aber wer weiß, vieleicht sehen wir bei der nächsten Fußball-EM auch das Finale vor dem Spiel um Platz drei.
Alle Argumente des Senioren-Weltmeisters, das Finale doch zu einem sinnvollen Zeitpunkt (im Normalfall als letztes Match der Altersklasse, was das Wort Finale schon besagt) abzuhalten, blieben von der Turnierleitung ungehört. Daraufhin sah sich Fritsche nicht imstande, das Finale um diese Uhrzeit anzutreten. “Es wäre ein leichtes gewesen, so wie es normal ist, das Finale als letztes zu machen. So hatte ich zu wenig Zeit zur Regeneration, was mich veranlasst hat, das Spiel besser nicht anzutreten. Auf der anderen Seite war dies auch nicht das erste Mal, dass eine Turnierleitung nicht Willens ist, ihre offensichtlichen Fehler zu korrigieren. Das geht ja nicht nur mir so, auch anderen ist es oft so ergangen, nur bislang hat keiner sich getraut etwas zu sagen. Ich fand, neben der Rücksicht auf meine Gesundheit, dass es auch einmal an der Zeit war, ein Statement zu setzen”, erklärte Frische.
Wenn man sich in der Senioren-Szene umhört, gibt es zu dieser Entscheidung zwei Lager: Viele Spieler verstehen Fritsche, manche sicher auch nicht, beziehungsweise sie hätten diesen Schritt nicht gewagt. Auf der anderen Seite die Funktionäre, insbesondere die des Europäischen Squash Verbandes (ESF), die wittern Majestätsbeleidigung. Ob all dies am Ende auch noch Konsequenzen von seiten der ESF für Fritsche haben wird, bleibt abzuwarten, aber mit ein bisschen gutem Willen und Fingerspitzengefühl hätte es nicht so weit kommen müssen.
Nicole Seils und Melanie Kreisel mit gutem dritten Platz!
Um den Bericht über diese Senioren-EM positiv abzuschließen möchten wir ein paar Worte der überglücklichen Bronzemedailen-Gewinnerin Nicole Seils (Ü40) aus Ihren Facebook-Post zitieren: “Ich kann’s kaum glauben… mein Ziel war Top 3, aber jetzt wirklich auf dem Treppchen zu stehen, das fühlt sich einfach unbeschreiblich an. Ein Traum, für den ich so lange gearbeitet habe, ist plötzlich Wirklichkeit. Heute ist einfach pure Dankbarkeit in meinem Herzen.” Ähnliche Gefühle dürfte auch Melanie Kreisel haben, auch wenn sie den Finaleinzug in fünf Sätzen nur denkbar knapp verpasste. Im rein deutschen Spiel um Platz drei besiegte sie Nina Janisch (Park Squash Nymphenburg).
Eine alle Einzelergebnisse und eine Übersicht aller EM-Platzierungen auf einen Blick gibt es hier.
Weitere Einzelheiten verrät der DSQV-Bericht.
